Online-Casino Lizenz prüfen: So gehen Sie in der Schweiz Schritt für Schritt vor
Ob ein Online-Casino in der Schweiz bewilligt ist, finden Sie in wenigen Minuten heraus. Sie müssen dafür weder dem Anbieter glauben noch einer Vergleichsseite. Entscheidend ist, was die Aufsichtsbehörde selbst veröffentlicht. Diese Anleitung führt Sie durch die Prüfung und nennt Warnzeichen, die schon vor der Anmeldung auffallen.
Inhalt
- Schritt 1: Betreiber und Domain notieren
- Schritt 2: Die Konzessionsliste der ESBK aufrufen
- Schritt 3: Sperrlisten gegenprüfen
- Schritt 4: Den Spielerschutz im Konto suchen
- Schritt 5: Im Zweifel nachfragen
- Warnzeichen, die Sie sofort stutzig machen sollten
- Was das für unsere fünf Anbieter heisst
- Kurz-Checkliste zum Ausdrucken
Schritt 1: Betreiber und Domain notieren
Öffnen Sie die Seite des Casinos und suchen Sie nach Angaben zum Betreiber: Firmenname, Rechtsform, Sitz. Sie stehen meist im Fussbereich, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Impressum. Schreiben Sie den Firmennamen und die genaue Domain auf. Beides brauchen Sie in den nächsten Schritten, denn die Behörden führen ihre Listen nach Namen und Webadressen.
Schritt 2: Die Konzessionsliste der ESBK aufrufen
Rufen Sie die Webseite der Eidgenössischen Spielbankenkommission (esbk.admin.ch) selbst auf, nicht über einen Link auf der Casino-Seite. Suchen Sie dort die Übersicht der Spielbanken und ihrer Online-Angebote. Vergleichen Sie Namen und Domain mit Ihren Notizen. Finden Sie den Anbieter nicht, hat er keine Schweizer Online-Konzession.
Schritt 3: Sperrlisten gegenprüfen
Die ESBK und die Gespa führen Listen von Angeboten ohne Bewilligung, die in der Schweiz gesperrt werden sollen. Steht die Domain dort, ist die Sache entschieden. Steht sie nicht dort, heisst das nicht, dass der Anbieter legal ist: Neue Domains tauchen schneller auf, als die Listen ergänzt werden.

Schritt 4: Den Spielerschutz im Konto suchen
Konzessionierte Anbieter müssen ihren Kundinnen und Kunden Werkzeuge zur Begrenzung geben. Prüfen Sie nach der Registrierung, ob Sie Einzahlungs- und Verlustlimiten festlegen, eine Pause einlegen oder sich sperren lassen können und ob Hinweise auf Hilfsangebote sichtbar sind. Fehlt das, ist das ein weiteres Warnzeichen.
Schritt 5: Im Zweifel nachfragen
Sind Sie unsicher, fragen Sie die Aufsichtsbehörde direkt oder holen Sie rechtlichen Rat ein. Zahlen Sie nichts ein, solange eine Frage offen ist. Eine nachträgliche Klärung ist deutlich schwieriger, sobald Geld beim Anbieter liegt.
Warnzeichen, die Sie sofort stutzig machen sollten
- Eine Lizenznummer oder ein Siegel ohne Link zur ausstellenden Behörde.
- Eine Lizenz aus einem anderen Staat, die als «gültig in Europa» beworben wird.
- Kein Firmenname oder keine Anschrift in den Bedingungen.
- Boni, die weit grösser sind als bei bewilligten Anbietern üblich.
- Zahlungen nur per Kryptowährung oder über ungewöhnliche Wege.
- Kontakt nur über Messenger oder ein Formular, keine erreichbare Stelle.
Was das für unsere fünf Anbieter heisst
Wenden wir die Schritte auf die Anbieter unseres Vergleichs an, ist das Ergebnis eindeutig: Casinova, Betwest, Kingmaker, Betrepublic und Cleobetra haben keine Schweizer Konzession. Zu vier davon finden sich Lizenzangaben aus Curaçao oder Anjouan, bei Betwest nicht. Eine Prüfung bei den Behörden können Sie jederzeit selbst wiederholen, denn Listen und Sperren ändern sich.

Kurz-Checkliste zum Ausdrucken
- Betreiber und Domain notiert?
- In der ESBK-Liste gefunden?
- Nicht auf den Sperrlisten?
- Limiten und Spielsperre im Konto vorhanden?
- Bonusbedingungen gelesen?
- Budget und Zeitrahmen festgelegt?
Nadine Keller
Redaktorin Glücksspielrecht und Lizenzen
Aktualisiert: 19. Oktober 2026
Nadine Keller ist Redaktorin für Glücksspielrecht und Lizenzen. Die Schritte habe ich selbst bei fünf Anbietern durchgespielt. Das Ergebnis steht im Abschnitt zu unseren fünf Anbietern. Sie ist keine Juristin und gibt keine Rechtsberatung.